DTR Tour 11. Tag (5)

Da M T Dancefloor in Luzern noch ein wenig an seiner Biographie arbeiten wollte (kein Witz) kommt er erst gegen 20:45 Uhr in Chur an. So genau wissen wir das nicht. M T Dancefloor gehört zu den unorganisiertesten Personen überhaupt. Mit letzter Akkukraft bittet er darum, dass wir ihn am Bahnhof abholen. Machen wir dann auch. Sind überpünktlich. Warten bis 21:05 Uhr am Bahnhofskiosk. Doch M T Dancefloor erscheint nicht auf der Bildfläche. Später treffen wir ihn im Club an. Mysteriös.


Norman hat seine Tabletten (Wofür oder wogegen eigentlich?) im Hotel vergessen. M T Dancefloor und ich gehen zum Hotel und regeln das. Leider bekommen wir im Hotel auch den ersten großen Schreck. Hier herrscht absolutes Rauchverbot. Keine Zigaretten. Keine Zigarren. Nichtmal Pfeife. Ich bin den Tränen nahe.


M T Dancefloor experimentiert mit Normans Tabletten. Kurze Zeit später ist M T wie immer. Das macht mir Angst.

Bevor M T und ich zum Hotel sind, schien es so, als könne man die heutigen Gäste an einem Finger abzählen. Nein, so schlimm war das nicht, aber es wirkte auch nicht so, wie vom Veranstalter geschildert. Massenhaft Vorbestellungen, verrückte Kids, die ein Autogramm wollen, geile Party, super Konzert. Zwar standen draußen doch ein Paar Leute, aber ob die auch rein wollen?


Zurück in der Werkstatt bot sich uns ein völlig anderes Bild. Der Tante Renate spielt gerade sein zweites Lied, der Laden ist voll, die Leute rasten aus, mal wieder sind diese Leuchtstäbe am Start. Meinen Merchplatz muss ich nach kurzer Zeit aufgeben. Hier wird geravet und gesoffen. Ohne Rücksicht auf Verluste. Vollkommen okay. Noch okayer ist, dass es in Chur verdammt viele hübsche Mädchen gibt. Aber was bringt einem das? Nichts. Nichtmal, wenn man hier hinziehen würde.


M T Dancefloor findet das Konzert scheisse.


M T Dancefloor findet das Konzert super.

Wer wissen will, wie M T Dancefloor das Konzert wirklich fand, der schaut am besten mal in den Saalschutz Blog. Leute, die an Zebrafolter und Artistengruppen interessiert sind, sollten dann auch die Kommentare lesen. Und war das jetzt das beste Konzert in der Schweiz, oder hätte es das beste Konzert werden können? Ich Blick da nicht mehr durch.


Dem guten M T bleiben jetzt gute 45 Minuten, um die Bude leerzurocken. Seine Plattenauswahl ist das schlimmste, was ich seit der großen Pest in Hamburg miterlebt habe. Den Leuten scheint es dennoch zu gefallen. Oder sie sind einfach nur zu besoffen oder zu träge um den Laden zu verlassen. Vielleicht macht er seinen Job auch ganz gut. Keine Ahnung. Ich lese lieber einen dummen Artikel über Emos. Die sind nämlich alle bisexuell. Also ALLE. Keine Ausnahme. Stand da zumindest drin.


Kurz vor Bettag sind die Leute noch nicht gewillt den Tanzflur zu räumen. M T Dancefloor spielt ein Paar Rausschmeißer, verprügelt jeden, der nicht sofort aufhören will zu tanzen und macht schnell die Anlage aus, bevor es zu einer Massenschlägerei kommt. Er gegen den Rest. Er meint zwar, dass er es mit allen hätte aufnehmen können, aber angeblich hat er keine Lust den anderen Schmerzen zuzufügen.

Den Rest des Abends verbringen wir vorerst in der Werkstatt. Irgendwann kommt M T Dancefloor dann auf die Idee, dass wir in die Tabaco Bar gehen müssen. Irgendjemand, den er kennt, ist angeblich da und schreibt per SMS, dass es dort scheisse ist. „In der Tabaco Bar soll es richtig scheisse sein, wir müssen da hin.“ Interessanter Ansatz und meiner Argumentation gar nicht mal so fern. Als wir dort dann endlich ankommen gibt uns der Türsteher 20 Minuten. Um drei Uhr ist auch hier alles dicht. Sehr schnell bemerken wir auch, dass es tatsächlich richtig scheisse ist. Um drei Uhr gehen wir schließlich ins Hotel. Zwar liegen Bar und Hotel mitten auf der Reeperbahn von Chur, aber ab null Uhr ist Schluss mit tanzen, ab drei Uhr ist Schluss feiern. Ab jetzt kann man nur noch pennen, oder bumsen (dabei aber nicht feiern und auf keinen Fall tanzen). Wir entscheiden uns für das Hotel. Wir sind ja nicht Aerosmith, Bon Jovi oder Earth Crises.